Donnerstag, 13. Mai 2010

Tippex und Tränen

Was passiert, wenn meine Wörter aus dem Duden gestrichen werden. Vorhänge zu, Fenster zu, Türen verrammelt. Fühlt man nach Vokabelliste? Nicht benannt, nicht bekannt. Welche fallen zuerst dem Tippex zum Opfer? Tod, Schmerz, Hilflosigkeit. Das ist die große Freiheit des Alphabets. Man buchstabiert weg, was nicht sein darf und trotzdem ist. Wo geht es dann hin? Ein Messie, der sein Zuhause zu müllt. Die Schubladen bleiben leer. Alles fliegt auf den Haufen. Leiden, nicht loslassen können. Wichtig und unwichtig nicht unterschieden. Wo gehen sie hin die Nicht-mehr-Wörter? Sie schürfen und ritzen die Haut, sie fluten das Gesicht, sie beben in den Gliedern und pumpen, pumpen, pumpen in der Brust. Was ist das willst du nicht fragen. Wer war das fragt dann jemand anderes.

1 Kommentar:

  1. Dazu fällt mir das folgende englische Sprichwort ein: "Keep your words soft and sweet, you might have to eat them later!"

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