Dienstag, 29. Juni 2010
Es riecht nach Ferne
Sommer ist, wenn ein Styrumer Hinterhof in der Nacht nach Mittelmeer duftet. Wenn ich die Augen schließe, dann bin ich weit weg. Da wo jeder Tag nur die Aufgabe hat, noch mehr Sonne auszuschütten. Wo jeder Tag nur dazu dient, das Meer rauschen zu lassen. Wo die Nacht den Atem anhält, um den Grillen-Gesängen zu lauschen. In diesen Nächten schlafe nicht nur ich wie ein Stein. Auch Bäume, Felder, Berge, Straßen schlummern wie ich, während der Wind zärtlich eine weiche Decke über sie legt. In der Stadt ist Nacht nicht Nacht. Nacht ist Nachtschicht. Was ist das Brausen? Rasen da immer noch Mercedes-Drängler über die Autobahn? Oder können die Schlafenden den Tag nicht vergessen und träumen schon die nächste Blechlawine herbei? Wie das Herz nicht still steht, so hämmert und rauscht und jault und hubt es in der Stadt immer weiter. Und der Himmel scheint nie ganz schwarz zu sein. Ein schwaches Leuchten, eine Vorahnung des Tages lässt die Nacht nicht zur Ruhe kommen.
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