Mittwoch, 21. April 2010

Ich wollt ich wär ein Uhu

Es war ein Mittwochmorgen, Duisburger Hauptbahnhof. Da spielte einer Uhu. Opi mit Strickmützchen, Glasbaustein-Brille, Hollandrad. Schuhu schuuuhuuute quietschfidel vor sich hin. Das morgendliche Menschenmaterial auf dem Weg zum Hamsterrad in Waschbeton war zu gestresst, um zurückzuzwitschern. Armer Vogelmann. Wen er wohl rief? Ein Lockruf? Ein Mayday an Greenpeace? Welch eindrucksvolles Naturschauspiel. Der Bahnhof ein Naturschutzgebiet. Wir machen den Waldkauz wieder heimisch zwischen Starbucks und Frittenschmiede. Was da wohl der Nabu sagt? "Stellt Tannen rein! Artgrechte Haltung muss sein. Schon vor 10000 Jahren haben hier Nadelbäume gestanden. Zurück zur Natur!" Der Uhu-Opa schuhute nach der Vergangenheit, sehnte sich nach bayerischem Wald im Großstadt-Moloch und dachte bei sich: "Wenn ich schon mal den Waldkauz spiel, zieht der Rest bestimmt nach. Dann müssen die Uhren und Ticketautomaten gegen Fichten, Kiefern und Tannen ausgetauscht werden." Stattdessen wurde er alsbald von Uniformierten in den nahen Duisburger Zoo überführt.

(Heute morgen schuhute tatsächlich ein älterer Herr im Duisburger Hauptbahnhof...Klang ungefähr so: http://www.nabu.de/audio/uhu.mp3 )

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