Ich teste jetzt mal die virtuelle Selbsteinlagerung - oder auch Auslagerung. Sammle und staple Buchstaben, Worte, Sätze und Gedanken. Male kleksige Bilder aus dem, was ich sehe, höre, begrapsche. Lache über meinen ganz persönlichen Rorschachtest. Bin ein Gedanken-Messie mit einem Herz für Kontrollfreaks. Erzähle meine Geschichte im Suchen. Manche schieben ihre Worte vor sich her wie andere einen Ferrari oder eine Yacht und kommen nie an. Meinen Ferrari darf jeder mal fahren. Rätselhaft? An meinem Rätsel darf jeder puzzlen. Jeden Tag wird das Gedankengerümpel einmal ausgeschüttet, damit wieder Platz ist im Keller. Und wer weiß, was der virtuelle Trödelmarkt so hergibt: Banales, Abgegriffenes, Verbrauchtes, Seltenes, Nützliches, Kurioses. Greif zu und bau was Neues aus dem Gerümpel.
So und jetzt noch einmal in normal: Ich, 29, weiblich, überzeugte Ruhrgebietspatriotin, ertippe mir im wahren Leben als Journalistin meinen Lebensunterhalt. Doch während man so als Handwerker an Worten schraubt und sie auf massentauglich prägnant trimmt, gehen einem schon mal die eigenen, ganz persönlichen Worte verloren. Vor Kurzem habe ich deshalb mit dem freien Schreiben begonnen.
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