Ahoi Autobahn, Ahoi in Rio und Hawaii - da sang sich der Herrenchor das Weltmeer auf dem Asphalt herbei. Und schon fühlte man sich auf der A40 ganz Didgeridoo. Brummte doch am Nachbartisch das Rohr, während Mutti zwischen Kartoffelsalat und Prosecco die große Buschtrommel schlug. Vielleicht ein rhythmischer Schrittmacher für den Fahrradstau auf der unmobilen Mobilitätsspur? Wie der Trommler auf der Galeere. Und zieh und zieh und strampel und strampel. Wie konnten denn die Herren auf dem Bierbike da noch navigieren? Immer Mutters Trommel hinterher. Vorbei an schunkelnden Pickelhauben Richtung Kreuz Kaiserberg. Dort, im Mülheimer Niemandsland von Duisburg, wo man zu indischem Tschinderassabumm aus dem Ghettoblaster gerne den Standardtanz trainiert. Vertieft in das Zählen der Maschen hatte sich auch ein Essener Strickverein Schlaufe für Schlaufe hierhin verstrickt. Auf Kilometer 11,5 ging den eifrigen Damen die Wolle aus. Ihr Konzept: Modische Regenbogenpullover für Leitplanken und Mülltonnen, Typberatung für die Autobahn. Die Kunst, falsch gekleidet zu sein, demonstrierten hingegen ein paar Spanier - schwitzten sie sich doch bei 34 Grad in aufgepolsterten Paiettenkostümen kaputt. Eine progressiv-passive Kunst-Performance. Fußball spielen wollten die Weltmeister dieses Mal nicht. Da konnten die Cheerleader nebenan noch so lange ihre Schlachtrufe betanzen. Noch 300 Meter, noch 200, ich seh schon die 100 bis zum Kreuz Kaiserberg, schwing die Beine und das Röckchen. Und bei der Hebefigur über Menschenmassen gabs wenigstens mal eine frische Brise um die Nase - so mit Blick über die Ruhrwiesen. Zwölf ältere Damen, auch nicht fern, hatten ihre Cheerleader-Kostüme nicht mehr gefunden. Verpasste Chance für den großen Auftritt? In Jogginganzügen beruhigten sie ihre Nerven beim TaiChi. Auf der zweiten Spur - denn auf der ist es ja immer etwas entspannter. Soll doch das hektische Jungvolk auf die Überholspur flitzen.
Montag, 19. Juli 2010
A40-Eintopf
Ahoi Autobahn, Ahoi in Rio und Hawaii - da sang sich der Herrenchor das Weltmeer auf dem Asphalt herbei. Und schon fühlte man sich auf der A40 ganz Didgeridoo. Brummte doch am Nachbartisch das Rohr, während Mutti zwischen Kartoffelsalat und Prosecco die große Buschtrommel schlug. Vielleicht ein rhythmischer Schrittmacher für den Fahrradstau auf der unmobilen Mobilitätsspur? Wie der Trommler auf der Galeere. Und zieh und zieh und strampel und strampel. Wie konnten denn die Herren auf dem Bierbike da noch navigieren? Immer Mutters Trommel hinterher. Vorbei an schunkelnden Pickelhauben Richtung Kreuz Kaiserberg. Dort, im Mülheimer Niemandsland von Duisburg, wo man zu indischem Tschinderassabumm aus dem Ghettoblaster gerne den Standardtanz trainiert. Vertieft in das Zählen der Maschen hatte sich auch ein Essener Strickverein Schlaufe für Schlaufe hierhin verstrickt. Auf Kilometer 11,5 ging den eifrigen Damen die Wolle aus. Ihr Konzept: Modische Regenbogenpullover für Leitplanken und Mülltonnen, Typberatung für die Autobahn. Die Kunst, falsch gekleidet zu sein, demonstrierten hingegen ein paar Spanier - schwitzten sie sich doch bei 34 Grad in aufgepolsterten Paiettenkostümen kaputt. Eine progressiv-passive Kunst-Performance. Fußball spielen wollten die Weltmeister dieses Mal nicht. Da konnten die Cheerleader nebenan noch so lange ihre Schlachtrufe betanzen. Noch 300 Meter, noch 200, ich seh schon die 100 bis zum Kreuz Kaiserberg, schwing die Beine und das Röckchen. Und bei der Hebefigur über Menschenmassen gabs wenigstens mal eine frische Brise um die Nase - so mit Blick über die Ruhrwiesen. Zwölf ältere Damen, auch nicht fern, hatten ihre Cheerleader-Kostüme nicht mehr gefunden. Verpasste Chance für den großen Auftritt? In Jogginganzügen beruhigten sie ihre Nerven beim TaiChi. Auf der zweiten Spur - denn auf der ist es ja immer etwas entspannter. Soll doch das hektische Jungvolk auf die Überholspur flitzen.
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